Thesen · Avantgarde
Avantgarde ist der Moment, in dem eine neue Setzung auf eine Kultur trifft, die sie noch nicht kennt. Für Produkte ist dieser Moment jetzt.
Was heute mit KI gebaut werden kann, kennt die Wirtschaft noch nicht. Ganze Fachanwendungen in Wochen, interaktive Systeme ohne App, Plattformen ohne eingekaufte Software.
Wer das jetzt nutzt, ist Avantgarde. Nicht aus Prinzip, sondern weil das Fenster offen ist.
Weiterlesen: Dekoration ist keine Avantgarde →
Weitere Thesen
- Jede erfolgreiche Avantgarde arbeitet an ihrer eigenen Auflösung. Euer heutiger Vorsprung ist morgen Standard.
- Kontext bilden, um die Ecke denken, Verbindungen sehen, die vorher niemand gesehen hat: Das ist der Hauptberuf eines Künstlers.
- Es heißt: Der Mensch entscheidet, die KI entwickelt. Dabei steht am Anfang keine Entscheidung, sondern eine Idee.
- Der Softwaremarkt steht Kopf. Wer nur programmieren kann, verliert gerade seinen Wert.
- Mini-Apps sind nicht die Revolution. Die Revolution ist, dass sich Enterprise-Software jetzt mit Produkterfahrung und KI bauen lässt.
- 40 Jahre Sackgassen sind kein Ballast. Mit KI werden sie zum Abkürzungsverzeichnis.
- Wer mit KI seine erste App baut, freut sich zu Recht. Wer 40 Jahre Produkte gebaut hat, baut damit etwas anderes.
- Die erste Generation der Softwareentwickler war Architekt eines ganzen Systems. Mit KI wird sie es wieder.
- Die eigentliche Revolution der KI ist nicht die Automatisierung. Es ist die Neubewertung dessen, was als menschliche Kompetenz gilt.
- Die Leitkompetenz der kommenden Jahre ist nicht, Lösungen zu produzieren. Es ist, Richtung zu geben.
- KI liefert Material, Varianten, Muster. Eine Position entsteht erst dort, wo jemand auswählt, Grenzen setzt und Bedeutung verantwortet.
- Aus Überfluss entstehen neue Blickwinkel. Wer Varianten früh verbietet, verbietet die Idee, auf die er wartet.
- Mein informatisches Denken prägt meine Kunst. Meine Kunst prägt, wie ich Produkte entwickle.
- Ein Künstler mit 40 Jahren Softwareentwicklung ist kein Exot in der Produktentwicklung. Er ist das, was KI-Projekten gerade fehlt.
- „Kunst ist Setzung“ habe ich vor fast 40 Jahren von meinem Kunstlehrer gelernt. Es ist der beste Satz über Produktentwicklung, den ich kenne.
- Viele Produktideen in Unternehmen sind nie gescheitert. Sie waren nur zu teuer, um sie auszuprobieren.
- Wer KI-Coding nur nutzt, um schneller zu programmieren, nutzt den kleineren Teil.
- Ein Festpreis für ein neues Produkt ist eine Wette darauf, dass man vorher weiß, was man erst beim Bauen lernt.
- Die längste Featureliste ist der schlechteste Start für ein neues Produkt.
- Ein Projekt, das nach einer Woche abgebrochen wird, kann das erfolgreichste des Jahres sein.
- Wenn Code billig wird, wird gutes Urteil teuer.
- Wer nach einem Softwareprojekt den Quellcode nicht besitzt, hat Software gemietet.
- Komplexität ist kein Qualitätsmerkmal. Mit KI wird sie nur billiger.
- Bei neuen Produkten ist das Pflichtenheft eine aufwendige Form des Ratens.
- Meine Plattform ist mit KI entwickelt und enthält keine einzige KI-Funktion. Das ist kein Widerspruch.
- Wer nur mehr Entwicklerstunden braucht, ist bei mir falsch.
- Qualität entsteht durch Auswahl, nicht durch die Zahl der Möglichkeiten. Das lerne ich in der Kunst.
- Ein Klick-Prototyp zeigt, wie ein Produkt aussehen könnte. Ob es funktioniert, zeigt er nicht.
- Geschwindigkeit allein macht kein gutes Produkt. Sie vergrößert nur die Zahl der Wege, auf denen man sich verlaufen kann.
- Wer mitten in der Entwicklung die Prioritäten ändert, plant nicht schlecht. Er hat etwas gelernt.
- Wer jedes Problem mit derselben Technik löst, hat keine Technik. Er hat eine Gewohnheit.